Gemeinsame Interessen
Die Gründung von SwissTopSport erfolgte, um übergeordnete, gemeinsame Interessen wahrzunehmen und die schwierigen Herausforderungen mit vereinten Kräften anzugehen. Denn international tätige Schweizer Grossunternehmen wenden sich von den Sportgrossveranstaltungen in Richtung Mega-Events ab, die vor allem im Ausland stattfinden. Fusionen und Verlagerungen lassen Sponsoren verschwinden. Zusätzlich haben einmalige und auch in der Schweiz vom Staat geförderte Mega-Events wie zum Beispiel die UEFA EURO 2008 den Veranstaltungen Millionen von Franken entzogen. Zu einer umsichtigen und verantwortungsvollen nationalen und regionalen Sportpolitik gehört, dass Sportgrossveranstaltungen Identifikationsprozesse ermöglichen, die sich die Öffentlichkeit auch wünscht. Ob das tatsächlich Mega-Sportanlässe sind à la Fussball-Euro oder Olympische Spiele, ist heute immer fraglicher. Eine nachhaltigere Wirkung erzielen die jährlich wiederkehrenden Sportgrossveranstaltungen. Diese Anlässe gezielt für eine wirkungsvolle, sportbezogene und gesamtgesellschaftliche Entwicklungspolitik zu nutzen und entsprechend zu fördern, sollte noch vermehrt Bestandteil einer engagierten und sportpraktischen Politik sein.
Immer grössere Anforderungen
Den Hindernissen auf der Einnahmeseite stehen immer grössere Ausgaben gegenüber. Angefangen damit, dass die Anforderungen der internationalen Verbände immer umfangreicher werden. Die vorgeschriebenen Preisgelder steigen ebenso wie die Vorgaben bezüglich Sicherheit und Infrastruktur. Die grösste Herausforderung ist jedoch der immer härtere internationale Wettbewerb. Viele Städte und Staaten stampfen mit scheinbar unerschöpflichen Mitteln Sport-Events aus dem Boden. Sie setzen beim Standortmarketing auf Sport-Events.
Zu wenig Unterstützung
In der Schweiz fliessen drei Viertel der Lotteriegewinne in Kultur, Natur und Soziales, der Sport erhält knapp einen Viertel. Diese Verteilung der Lotteriegelder basiert auf einem Gesetz aus dem Jahr 1923. Zudem wird die Organisation von Europa- und Weltmeisterschaften von der öffentlichen Hand gefördert und unterstützt. Und dies unabhängig von der Sportart, der Grösse oder der internationalen Ausstrahlung des Anlasses. Wünschenswert wäre, wenn das auch für die jährlich stattfindenden und international genauso relevanten Sportgrossveranstaltungen gelten würde. Momentan ist das Gegenteil der Fall: Die Veranstalter müssen auf Grund des Kostendrucks beim Staat immer mehr Kosten selber tragen.
Ungenügendes Bewusstsein
Die Kostenschere zwischen staatlicher Unterstützung und Staatsabgaben der Veranstalter öffnet sich in der Schweiz immer weiter. Und dies deshalb, weil bei verschiedenen Institutionen der öffentlichen Hand, in Teilen der Politik und auch in der Öffentlichkeit die Leistungen der Sportgrossveranstaltungen als selbstverständlich betrachtet werden. Diese Fehleinschätzung hat dazu beigetragen, dass die Sportgrossveranstaltungen in der Schweiz zu wenig als das anerkannt werden, was sie tatsächlich sind: Dienstleister, die für unsere Gesellschaft und das Land wichtige Funktionen erfüllen. Heute sind mehrere dieser Veranstaltungsperlen der Schweizer Sportlandschaft akut bedroht. Ohne aktualisierte politische Rahmenbedingungen wird es einige von ihnen bald nicht mehr geben.